aktuell: "DAD & STRING" & "Faltungen"

links: Jupp Linssen, STRING-60812, 2013, Öl auf Leinwand, 131 x 121 cm
rechts: Johann Schwarz, Faltung-Nr-10, 2017, Schweinsleder, 100 x 80 cm
Foto: St. Pfaff, St. Zenzmaier

Jupp Linssen | Johann Schwarz |

Eröffnung: Donnerstag, 3. November 2022 | 18:00
J. Linssen und J. Schwarz sind anwesend - Einführung: Ulrike Jakob
Ausstellungsdauer: Freitag, 4. November - Freitag, 10. Dezember 2022
Jupp Linssen & Johann Schwarz

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Jupp Linssen der Arrivierte, Johann Schwarz der Aufstrebende.
So gegensätzlich ihr Schaffensansatz, so gleichartig ihre Schaffung materialintensiver und materialdominierter Werke.
Jupp Linssen einerseits, wesentlich weggeworfene bzw. verbrauchte Materialien einsetzend, Hans Schwarz andererseits ausschließlich die Tierhaut als Werkstoff verwendend.
In der Ausstellung lassen wir eine Begegnung der Werke beider Künstler stattfinden, welche in die Medien- und Bilddebatte wie in die Wahrnehmungs- und Körperdebatte durch die Materialität führt. Die Konservierung der Materialien und deren Spurensuche in einem neuen Kontext gestellt, verweist auf eine in ihrer Art historisierende und bewahrende, doch experimentelle Bildsprache. Eine Sprache, welche beiden Künstlern, dem Material und dessen Eigenschaften gegenüber, in sensibler, stiller und fast demütiger Form eigen ist.
[ Ulrike Jakob ]
Jupp Linssen - in der Ausstellung

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Materialbilder, Collagen, Assemblagen oder Objektbilder?
Jupp Linssens Arbeiten sind all dies, doch nichts davon ausschließlich und im engsten Sinne. Linssen greift auf vorgefundene Materialien zurück, die er zum integralen Bestandteil seiner Bildwerke macht. Bei den Fundstücken handelt es sich um „arme“ Materialien, Sperrmüllrelikte wie Zinkbleche, alte Holzlatten und Teile anderer ausgedienter Gebrauchsgegenstände. Seine Befindlichkeit zum Material äußert sich in der material und texturorientierten Malerei, die die ästhetische Grenze zwischen Vorgefundenem und künstlerisch Hergestelltem bewusst aufhebt. 

„Ein Bild aus seinen üblichen zwei Dimensionen auch körperlich
in eine dritte Dimension zu heben ..."

... und dadurch seiner metaphysischen Tiefe und Bedeutsamkeit auch eine greifbare zu geben, um aus einer sinnlichen eine dingliche Barriere im Raum des Betrachters „zu bauen“ ...[ Jupp Linssen ]

Und damit schichtet er Material in gebrochenen Rhythmen übereinander, schafft luftige Volumen aus kunstfernen Stoffen und desavouiert so die akademische Tradition in der Kunst.
Für Jupp Linssen ist das Formschöne unwichtig, jedenfalls insoweit, als der Bildkörper nicht im Rahmen gezwängt, die Oberfläche nicht glatt und das Material nicht neu sein muss. Denn seinen Arbeiten für den Raum geht es um Glaubwürdigkeit, sie verheimlichen nicht ihre Entstehung, sie evozieren Erinnerungen.
Erst recht wenn es um die neueren Werkserien der "Strings" und "Drag And Drop" (DAD) handelt, bei denen er die Abstrahierung des Wahrnehmbaren vorantreibt.

"Sie spielen mit romantischen Elementen ebenso wie mit pragmatischen Notwendigkeiten. Das Ziel ist, dass die Kunst sich nicht von der Wirklichkeit entfernt, sondern zu einem Teil dieser wird.
Entgegen dem üblichen, bisweilen begründeten Tadel an die abstrakte Kunst, beanspruchen sie so etwas wie Weltklugheit nur, weil sie alles (und nichts) sein können, so sind in diesen Werken Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit, Klugheit und Reflexion real enthalten.
Sie setzen das Einverständnis der Betrachter nicht voraus. Sie erarbeiten es sich.”
[ Stefan Skowron: Jupp Linssen, Gebaute Bilder, Built-up Pictures, Aachen 2006 ]

Johann Schwarz - in der Ausstellung

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In seinen Faltungen steht Leder als Material im Zentrum. Diesem soll Raum gegeben werden, kein Rahmen soll es fassen. Doch der Künstler greift mit geraden Schnitten und gezielten Falzungen ein. Die unförmige Tierhaut wird zuerst in Form gebracht, zugeschnitten und im nassen Zustand gefaltet. Während des Trocknungsprozesses reagiert das Material, entflieht exakten Kanten und rechten Winkeln. Die sich wiederholenden Erhebungen muten wie Ausschnitte eines Blechdaches an.
Die lederne Fläche lässt sich weiterdenken und ist doch nicht größer als das, was auf eineTierhaut geht.
[ Nora Grundtner ]
 
"Leder (Pergament) war lange Zeit der Datenträger der vergangenen Jahrhunderte . .

... meine Codierung findet sich in meinen Lederarbeiten, ausgehend von deren Fläche, welche mittels bewußter  Deformation hin zu einer Dreidimensionalität, also meiner Wahrnehmung, führt."
 J. Schwarz  faltet, staucht und dehnt und gliedert damit die vorgegeben gewesene Fläche, schafft damit gleichzeitig die dritte Dimension, als orthogonal zur ursprüngtlichen Bildfläche aufgerichtet und definiert so Räumliches - Bildraum oder plastischen Raum.
Eine genaue  Festlegung ist dabei kontextabhängig. Man könnte diese Werke auch im Zusammenhang mit der Malerei diskutieren. Ebenso könnte die kaum noch  verwendete  Begrifflichkeit des Reliefs hier angewendet werden.

dazu der Katalog "DAD & Strings" - "Faltungen" /

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Im Katalog werden auf 28 Seiten die ausgestellten Werke der Künstler gezeigt.
 
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Video mit Jupp Linssen zur Ausstellung /

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In diesem 1:05 min. dauernden Video spricht Jupp Linssen mit Galeristin Ulrike Jakob über seine letzten Serien >
"Drag and Drop" | "Strings" | "Vegaetablies"

 

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