Schichtung
Vernissage

Jupp Linssen | Leena Naumanen

Vernissage: Donnerstag 27. April 2017 um 18.30 Uhr
Es spricht: Ulrike Jakob

Ausstellungsdauer: 28. April - 3. Juni 2017

Künstlergespräch: Mittwoch, 17. Mai 2017, 19.00 Uhr

Das Bild als Medium – als kompromisslose Freilegung der materialimmanenten Charakteristika von Farbe und bildträger – prägen  die Bildobjekte von Jupp Linssen. Die Gegenständlichkeit des Bildes, seine materielle und räumliche Präsenz sprengt dabei die Grenzen von Malerei und Grafik zur Bildhauerei und Objektkunst. Jupp Linssens Werke sind realistische Bilder, im Sinne der Faktizität des Gemäldes als Objekt als Ding an sich, dass sich der in der Malerei üblichen Fensterfunktion entledigt und auch den Parametern wie Licht, Tiefenraum entzieht. Raum entsteht in seinen „gebauten Bildern“, so der Kunsthistoriker Jürgen Schilling, allein durch die Schichtung des Materials – die Textur seiner Bilder legt den Malprozess offen und arbeitet gezielt mit den Effekten des Materials. Linssen schichtet die Farbe in gebrochenen Rhythmen und arbeitet mit Reihungen und Wiederholungen. Indem er auf die Leinwand Papier, Zinkblech oder Holz aufträgt und mit Ölfarben überarbeitet – zum Teil dick aufgetragen -, entstehen Strukturen die Vorderrund und Hintergrund stets miteinander korrespondieren lässt. Seine applizierten vegetabilen Formen zeigen, dass Linssen, obwohl ganz der Abstraktion und dem Material verpflichtet, dennoch Anklänge an die Natur und Landschaft als Chiffren einbezieht. Zum Teil erinnern seine Materialtableaus auch an verwitterte Holzplanken oder übertünchte Wände in der Großstadt, wie als wolle Linssen uns durch die „Verletzungen“ der Maloberfläche auch den Wiederspruch unserer Zeit in seinen Bildern veranschaulichen.

Text von Dr. Silvie Aigner/Parnass 01/2016

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