Achim Freyer

Achim Freyer, born in 1934 in Berlin, changed his career after an apprenticeship as a painter to become engaged in theatre where he became a student of Bertolt Brecht at the Berliner Ensemble. In his early years, he was working as a set and costume designer until he moved to West Berlin in 1972 where he worked as a director. His productions and set designs, set in theatres all over Germany, Europe and the USA gained international approval and many different awards. In 1988 he created the Freyer Ensemble in cooperation with actors, dancers, acrobats, musicians, singers, directors and stage designers.
In the years between 1976 and 1999 Achim Freyer was a professor for stage design at the Universität der Künste Berlin (University of Arts Berlin). The celebrated artist always combined his free works as a painter with the arts of his stage designs. He was and is represented in numerous exhibitions such as the Kasseler documenta (1977 and 1987) and the Prager Quadriennale. In 2013 Achim Freyer opened the KUNSTHAUS der ACHIM FREYER STIFTUNG in his heritage-protected villa in Lichterfelde-West in Berlin.
Text, courtsey: Achim Freyer-Stiftung (Translation: Malina Berghaus und Marcel Oehmen)
Multiple contributions and works at Salzburger Festspielen - currently August 2019.
Since 2002 gallery U.HROBSKY and Achim Freyer are in close cooperation, culminating with   Nestroy Price (2015); see also ORF. 

Biography

2019 - 1951 events & highlights
1934 born in Berlin
1951-1955 Study of grafical design
1954-1956 Study of stage design as a senior student with Bertold Brecht
1956 and further Free working painter
1959 - 1972 Cooperating and active stage- and costumedesigner with Ruth Berghaus, Adolf Dresen und Benno Besson
1960 Painter's award at art exposition Berlin
1969 Imagintion and idea for a "Theatere of trunks"
1972 Transfer of home to West-Berlin
1972 and further Start as self employed director, stage- and costume designer in the area of theater and musical
1976 Appointment as regular professor at the academy for arts, Berlin
1976 and further Implementation of various projects with composers like Mauricio Kagel, Dieter Schnebel, Philip Glass, Erhard Großkopf, Reiner Bredemeyer und Alvin Curran
1977 Paritcipation at "Documenta 6", Kassel
1979 paritcipation at "Quadriennale" in Prag (International exhibition of stage design)
1981 Partciipation at exhibition of "Deutsche Kunst heute", Musée d’Art Moderne de la Ville, Paris
1983 Exhibition of Achim Freyer – paintings 1966 – 1983, Grand Orangerie, Charlottenburg castle, Berlin
1987 Partciipation at "Documenta 8," Kassel
1989 Election as member of "Akademie der Künste", Berlin (West)
1990 Federal Cross of Merit 1. class
1990-1991 Design and implementation of church windows plus space-colour-light-installation of church at Hohenzollernplatz, Berlin
1991 Foundation of Freyer-ensemble; author of various plays.
Movie director of MET AMOR PH OSEN und "Reise ins Blaue"
1992 Achim Freyer, Chaos und Stille – Eine Retrospektive 1965 – 1992, Galerie der Stadt Kornwestheim
Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig
1994 Achim Freyer, Taggespinste Nachtgesichte. Malerei. Werkschau, Akademie der Künste, Berlin
Uraufführung von MET AMOR PH OSEN auf den 44. Internationalen Filmfestspielen in Berlin
1995 Künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Totentanz
Totentänze – Arbeiten auf Papier, Musik-Biennale Venedig
1998 Preis des ITI zum Welttheatertag. Wahl zum Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden
1999 Retirement as Professor of "Hochschule der Künste", Berlin. Master of german contribution at "Prague Quadriennale", winner of gold medal. Election as member of "Bayrischen Akademie der Schönen Künste".
2000-1999 Freyer, Malerei, Plastiken, Zeichnungen 1959-1999, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V., Berlin
2000 Österreichische Postsparkasse, Wien: Paintings; Gallery Schafschetzy, Graz
2001 „In der Stille geht die Zeit“, Malerei. Tel Aviv Israel, Goethe-Institut. Münchener Theaterpreis.
Galerie Brusberg, Berlin
2002 Galerie Ulrike Hrobsky, Vienna, Personale
2003 Abstraktion von Flächen, Raum und Licht durch Linien zu Gittern: Fenster, Durchblicke, Ausblicke, Einblicke, Horizonte, neue Parallele zum Thema Ordnung und Störung von 1967-72.
2004 Galerie Ulrike Hrobsky, Vienna
"Stationen 64-04", Galerie Ulrike Hrobsky, Salzburg
Galerie Mitte, Berlin
2008 "Ausbruch nach Innen", Galerie Ulrike Hrobsky, Vienna
2011 "Ordnung und Störung von Ordnung", Galerie Ulrike Hrobsky, Vienna
2013 Opening of the "KUNSTHAUS der ACHIM FREYER STIFTUNG" in his heritage-protected villa in Lichterfelde-West, Berlin
2015 "NESTROY price" Vienna, award for life time performance;
2014-2015 "Group exhibition", Galerie Ulrike Hrobsky, Vienna
2016 02-03 Galerie Ulrike Hrobsky, Vienna
"Between the chairs", Personale
2016 06-07 "Zeichnung Wien-IV" (Viennese drawings), Galerie Ulrike Hrobsky, Vienna

Numerous publications and catalogues edited by Wieland Schmied, Karl Ruhrberg, Manfred Schneckenburger, Anne Maier, Wlalter Jens, Klaus Werne, Stefanie Dathe a.o.m. some 100 theatre productions;TV-plays; replays with ORF; RAI 3, SDR, Arte, WDR, ZDF.

„Genauigkeit kommt immer der Schönheit zugute, und richtiges Denken dem zarten Gefühl.“1 Wie ließe sich Achim Freyers Arbeitsweise und seine künstlerische Position als Maler, Bühnenbildner und Regisseur besser beschreiben als mit den Worten von David Hume. Genauigkeit und Schönheit, Denken und Fühlen – diesen Wörtern gibt er eine programmatische Dichte, füllt sie wie Gefäße mit Optimismus, Dynamik, überbordender Farbigkeit und tiefem antipodischen Schwarz.

Skizzen, aus denen sich Bilder entwickeln können, sind und bleiben die wichtigsten Ergebnisse seiner geistigen Wanderungen. Einem Tagebuch mit den Aufzeichnungen einer Reise ähneln diese Souvenirs. Werden sie mitausgestellt, tritt ihre zeichnerische Dichte mehr und mehr in den Vordergrund. Oftmals gibt Freyer nur mit einem Satz oder einer Alliteration von Chiffren das Gefühl und die Erkenntnis einer Reise wieder. Er gehört zu den Künstlern, die sich selbst nicht als spontan in dem Sinne bezeichnen, als sie Jahre an der Weiterentwicklung der Konzeption ihres Werkes arbeiten.

Sicher kann die Frage aufgeworfen werden, ob das Schöpfen aus dem Privaten innerhalb Freyers Kunst einer Beschränkung gleichkommt. Oder ob gerade diese Rückkoppelung das Entstehen von Kunst möglich macht. Unter diesem Aspekt betrachtet, wird Achim Freyer, ob er es nun will oder nicht, zu einem Vorläufer der ritualisierten Konzept-Kunst, typisch für die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Deren radikaler Rückzug aufs Private gründet in den Erfahrungen eben auch des Malers Achim Freyer. Francis Picabia habe, so erzählt er in einem Interview, einmal den Satz gesagt: „Du kannst dich noch so sehr bemühen modern zu sein, es ist das einzige, was du nicht vermeiden kannst zu sein.“2

Freyers Landschaften mit all ihren Köpfen und strukturierten Ebenen haben beispielsweise mit einem Video von Pipilotti Rist, das eine Reise in die Abgründe ihrer Körperöffnungen zum Thema hat, mehr zu tun als auf den ersten Blick ersichtlich wäre. Beide machen Privates, ja Intimes öffentlich. Erheben das private Moment zur formalen Ikone. Sinne und Körper des Künstlers werden zu Mittlern zwischen menschlicher und tatsächlicher Natur, der inneren und äußeren Landschaft und demjenigen, der den Raum der Kunst, den white cube betritt. Die großformatigen Bilder, die als Freyers Subsumierung an den Wänden hängen, erscheinen oft als surreale Interieurs. In diesen Chiffren wird das Staunen vor den Phänomenen eines menschlichen Lebens und Erlebens einmal mehr abgebildet.

Achim Freyer wurde von der Welt der Bildenden Künste erst relativ spät bemerkt. Obwohl er seit den 60er Jahren regelmäßig in der damaligen DDR sowie nach seiner Ausreise in der Bundesrepublik Deutschland ausstellte und an der documenta 6 (1977) und 8 (1987) teilnahm. Seine auf den ersten Blick spröde Kunst fand ihr Publikum, gerade weil sie auf jede Anteilnahme verzichtete und den Betrachter radikal auf sich und seine eigenen Empfindungen und Erinnerungen zurückwarf.

 

Aus dem Katalogtext „Der gestreckte Blick“ von Anne Maier
1 David Hume, zit. in: Theodor W. Adorno, Minima Moralia, Frankfurt am Main 1997, S. 43
2 Achim Freyer in einem Interview mit der Autorin im Dezember 1999

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