J. Pillhofer - "Sculptures | Drawings" (en)

Pillhofer: Sitting man, 1964, Indian ink, 42 x 49 cm         |     Archangel, 1968, bronze, 40 x 30 x 29 cm

Opening / Vernissage: Mi., 4. December 2019, at 19.00 o'clock
Duration of exhibition: 4th of Dec. - 2nd of Feb. 2020
Opening speech: Dr. Silvie Aigner (fine arts historian, editor in chief - Parnass)

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Josef Pillhofer may be looked upon as one of the most stringent, most condensing sculpturists within Austria. Quite significant there are some of his aphorisms like that:

"Das der menschlichen Figur Eigene vermag die Plastik in nötiger Gestalt zu zeigen, herauszustellen, sichtbar zu machen." [J.Pillhofer - frühe 1980-er]
Seine Skulpturen weisen nichts Unbedachtes, nichts Ausschweifendes, nichts Überflüssiges auf, ihre Einfachheit, fast Schlichtheit ist dabei nicht simpel, es geschieht auch keine vorherbedachte Reduktion auf primäre Strukturen, die sehr häufig US-amerikanische Künstler der europäischen Komplexbeladenheit gegenüberstellen.
In den Skulpturen Josef Pillhofers wird gespannt, gewogen, in Relationen gebracht. Formkomplexe durchdringen einander, staffeln sich rhythmisch auf, bauen Stufen und Überhänge. Zwischen den sorgfältig ausgespannten Eckpunkten begrenzen die Kubenkanten lapidare Formgebilde, die überraschend und schlagkräftig erscheinen. Überzeugend. Bei genauer Betrachtung entlang der Kanten erkennen wir Flächenkrümmungen, die ungeheure Spannung schaffen. Damit  entfalten diese Formkonzentrate auf knappstem Raum einen Reichtum von integrierenden, einander antwortenden und gegensätzlichen Beziehungen, die insbesonder augenfällig werden wenn mehrere Skulpturen in einem Raum versammelt werden.
Bei aller Strenge aber, war J. Pillhofer auch dem Genuß gewogen, wie schon Leopold Rosenmayr bei seiner Festrede, anlässlich der Verleihung des Würdigungspreises des Landes Steiermark an Josef Pillhofer, gehalten in Graz am 5. Dezember 1983 feststellen durfte:
[LR] "Pillhofer entfaltet die Fähigkeit, die Spannung zwischen Natur und abstraktem Begriff auszuhalten, ja er ist nachgeradezu ein Meister darin, durch die umfassende Mittelbarkeit, die Indirektheit seiner Form,  die Wucht der Strukturen des Wirklichen erst hervortreten zu lassen. Wer also die abstrakte Logik in der naturzugewandten Figuration, die Pillhofers plastisches Werk des letzten Jahrzehnts auszeichnet, nicht sieht, versteht seinen Naturbegriff und versteht seine Natürlichkeit nicht.
Ich sehe Pillhofers Werk als eine Anleitung zum Genießen. Dies hat seine Wichtigkeit in einer ebenso überfüllten wie dürftigen Zeit. Erst sie, die Lust wie die Schönheit, lehren uns, wie wir scheitern sollen." [Zitat-Ende]
 
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